Mitarbeitervertretung MAV

BAG: Beschlussfassung des Betriebsrats – Änderung oder Ergänzung der Tagesordnung bei Einstimmigkeit wirksam

Der Siebte Senat des BAG hält an seiner bisherigen Rechtsauffassung nicht mehr fest, dass ein Beschluss des Betriebsrats zu einem nicht in der Tagesordnung aufgeführten Punkt bei einstimmiger Beschlussfassung wirksam nur gefasst werden kann, wenn alle Betriebsratsmitglieder anwesend sind und schließt sich der Entscheidung des 1. Senats aus Juli 2013 an.
BAG – 22.1.2014 – 7 AS 6/13

In der äußerst kurzen Begründung des Beschlusses heißt es: „Das vom Senat bislang angeführte Argument, ein verhindertes Betriebsratsmitglied müsse anhand der zuvor erfolgten Mitteilung der Tagesordnung Gelegenheit haben, seine Betriebsratskollegen außerhalb der Sitzung über seine Auffassung zu unterrichten und sie hiervon zu überzeugen (vgl. BAG 24.05.2006 – 7 AZR 201/05 – Rn. 20), trägt, wie der Erste Senat zutreffend ausführt, nicht (BAG 9.07.2013 – 1 ABR 2/13 (A) – Rn. 46).
Im Falle der zeitweiligen Verhinderung eines Betriebsratsmitglieds rückt das Ersatzmitglied gem. § 25 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 BetrVG mit allen Rechten und Pflichten in dessen Stellung ein. Schützenswerte Einflussmöglichkeiten auf die Willensbildung des Gremiums stehen dem zeitweilig verhinderten Betriebsratsmitglied nicht zu.“

weiterlesen …

15. Kammer des LAG Berlin-Brandenburg: Überlassung von Arbeitnehmern auf Dauer begründet ein Arbeitsverhältnis zum Betrieb, der den Arbeitnehmer entliehen hat

1. Die Arbeitnehmerüberlassung bedarf nach § 1 I AÜG der Erlaubnis und erfolgt vorübergehend.
2. Eine Arbeitnehmerüberlassung ohne Erlaubnis führt nach § 10 Abs. 1 AÜG zu einem Arbeitsverhältnis zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer.
3. Im AÜG ist nicht näher geregelt, wann ein vorübergehender Einsatz anzunehmen ist und welche Rechtsfolgen bei einer nicht nur vorübergehenden Leiharbeit eintreten.
4. Eine auf Dauer angelegte Arbeitnehmerüberlassung ist von der erteilten Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung nicht gedeckt und führt daher zu einem Arbeitsverhältnis zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer.

Demgegenüber hatte die 7.Kammer desselben LAG im Oktober in einem Parallelverfahren das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses zwischen dem Entleiher und dem Leiharbeitnehmer verneint. Man darf nun gespannt sein, wie das BAG diese Konstellation bewertet und entscheiden wird.

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 09.01.2013 – 15 Sa 1635/12
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.10.2012 – 7 Sa 1182/12


weiterlesen …